2020 wird spannend

Per Schaltjahr in die Goldenen 20er Jahre: in 365 Tagen, fünf Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden rumrundet bekanntlich die Erde die Sonne. Damit dieser Kalendar nicht aus dem Ruder läuft, haben bereits die Ägypter vor mehr als 2000 Jahren das Schaltjahr und damit die Grundlage der Goldenen 20er Jahre erfunden. Alle vier Jahre schieben wir seitdem einen Extra-Tag ein. Eine solche Kurskorrektur steht diesmal auch der deutschen Autoindustrie an. Denn sie muss diesmal - ohne Schummeln - strengere EU-Umweltgesetze erfüllen und bringt nur deshalb viele neue Elektromobile auf den Markt. Nur so werden sie den CO2-Ausstoss der Firmen-Flotten unter den in der EU gültigen Grenzwert von unter 95 Gramm pro Kilometer drücken und Ausgleichs-Strafzahlungen vermeiden können. Man muss also kein Prophet sein, um vorauszusagen: 2020 sind die Goldenen 20er Jahre und eine ganz neue Ära der Elektromobilität. Die Bundesregierung hat zusätzlich dazu im Herbst die Weichen für eine Erhöhung der Kaufprämien und den rasanten Ausbau der Ladeinfrastruktur gestellt. Stromer werden gleichgleich den auslaufenden Verbrenner-Modellen, Reichweitenängste gehören der Vergangenheit an. Vielleicht legen Sie deshalb auch persönlich den Schalter um!

Unser Jahreswechsel steht langsam aber sicher vor der Tür. Da lohnt es sich schon einmal, einen Ausblick auf das kommende Jahrzehnt zu wagen. Haben wir nicht insgeheim schon lange gewusst, wieviel Potenzial der Markt für E-Mobilität in sich trägt? Aber die Bundesregierung hat in den letzten Wochen wichtige Weichen gestellt - die Erhöhung der Förderprämie auf 6000 Euro und die Bepreisung der CO2 Ziele. Der Einstieg in die Elektromobilität ist so günstig wie nie zuvor. Dieser Vorsatz ist konsequent und logisch. Denn es gibt in der Tat keine effektivere Massnahme im Klimaschutz.

In der aktuellen Klimaschutzdebatte hingegen waren Forderungen nach Verzicht und, in der autoriätren Variante, Verbote omnipräsent. Verboten seien sogar sozial gerechter. Natürlich kann man nicht immer argumentieren, dass Deutschland nur für zwei Prozent der weltweiten Treibhausgase verantwortlich ist. Das stimmt zwar. Und es funktioniert nur durch die Summe von Einzelmassnahmen auf allen Ebenen unseres Lebens. Ähnlich sieht es beim E-Auto aus. Nun bin ich jemand, der Autos grundsätzlich nach ihrer Farbe beschreibt, Marken kann ich kaum auseinander halten, Hubraum und PS haben mich nie interessiert. Aber der individuelle Beitrag, den ein elektrisches Fahrzeug bedeutet, der ist viel grossartiger. Durch Carsharing und neue Mobilitätskonzepte lässt sich dieser Anspruch gerade mit kleinen Kindern und ohne eigene Parkgarage geradezu perfekt lösen und übrigens auch kalkulieren. Bislang verbeuge ich mich in Demut vor jedem SUV, der Parkplätze verstopft und gar nicht genug als Klimaschädling besteuert werden kann. Auch die Freiheit, die durch Mobilitäts-Kominationen möglich sind, ist bereits grenzenlos. Durch die Möglichkeiten, E-Scooter, E-Bikes, E-Trains oder eben E-Cars zu nutzen können Familienbande, selbst Fernbeziehungen und internationale Freudnschaften erlebt und gepflegt werden. E-Mobilität wird immer selbstverständlicher! Dieser Innovationsgewinn und die unglaubliche Weltoffenheit dank Greta und weiterer Bewegungen ist wunderbar. Daher handelt es sich nicht um Verzicht bei den anstehenden ökologischen Herausforderungen begleitet von unendlich regnerierbaren Ressourcen aus Wind, Sonne und Erdwärme.

Autonomes Fahren ist ein weiteres Feld, das unser Leben bei alternder Bevölkerung angenehmer und klimafreundlicher macht. Der individuelle Autobesitz wird so tatsächlich zurück gehen; ausserdem wird die digitalisierte und vernetzte Verarbeitung über Park- und Verkehrssituationen dazu führen, dass die vorhandenen Ressourcen wesentlich effizienter genutzt werden. Von den Fridays-for-Future Bewegungen hören wir dazu über gesellschaftliche und technologische Ausblicke die unbedingt begleitend und zügig umgesetzt werden müssen. Wir brauchen 2020 noch mehr Gretas für den Wandel und unsere Generationsverantwortung mit Nachhaltigkeit.